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Krafttraining für Tennisspieler: Rotation, Reaktion, Belastbarkeit

·2 min

Tennis ist asymmetrisch. Ein Spieler schlägt tausende Male mit derselben Seite. Das erzeugt muskuläre Ungleichgewichte, die ohne gezieltes Gegenprogramm zu Überlastungsverletzungen führen. Der Tennisellenbogen, die Schulterinstabilität und Knieprobleme auf der Aufschlagsseite sind klassische Folgen.

Was ein Tennisschlag wirklich antreibt #

Ein guter Vorhand-Schlag beginnt an den Füßen, rotiert über die Hüfte, zieht durch den Rumpf und entlädt sich im Arm. Wer schwache Hüftstabilisatoren und einen schwachen Rumpf hat, verliert Energie auf diesem Weg. Der Arm muss kompensieren, und genau das führt zum Tennisellenbogen.

Rotationskraft trainieren heißt für Tennisspieler: Hüfte, Rumpf und Schulter in der Lage zu trainieren, Kraft zu erzeugen und zu kontrollieren.

Prävention des Tennisellenbogens #

Tennisellenbogen entsteht durch Überlastung der Unterarmstrecker, oft kombiniert mit schwacher Schulterblattmuskulatur. Das Krafttraining greift an beiden Stellen an.

Exzentrische Handgelenksübungen, bei denen der Unterarm langsam unter Last gedehnt wird, sind die wirksamste Therapie und Prävention. Studien zeigen deutliche Schmerzreduktion nach sechs bis acht Wochen exzentrischen Trainings.

Face Pulls, Außenrotation mit Band und Ruderübungen stärken die Schulterblattmuskulatur und reduzieren die Belastung auf den Ellenbogen bei jedem Schlag.

Wichtige Übungen für Tennisspieler #

Medizinball Rotationswurf trainiert die Schlagbewegung direkt mit Widerstand. Seitwurf gegen eine Wand oder mit einem Partner erzeugt Rotationskraft im sportspezifischen Muster.

Split Squat und Lateral Lunge trainieren die Beine in den Richtungsänderungen, die Tennis ständig verlangt. Seitwärts, vorwärts, bremsend.

Face Pull für die Schultergesundheit. Unverzichtbar für jeden, der regelmäßig schlägt.

Pallof Press für Antirotationskraft. Tennis braucht beides: Rotation erzeugen und Rotation kontrollieren.

Einarmiges Rudern für Rücken und Bizeps. Balanciert den Schlag und stärkt die Zugmuskulatur der Schlagseite.

Die Asymmetrie korrigieren #

Wer jahrelang Tennis spielt, hat auf der Schlagseite deutlich mehr Muskelmasse. Das ist normal und kein Problem, solange die andere Seite nicht komplett vernachlässigt wird.

Im Krafttraining für Tennisspieler sollte die Nicht-Schlagseite ein bis zwei Sätze mehr bekommen als die Schlagseite. Einarmige Übungen machen das einfach umsetzbar.

Reaktionsschnelligkeit durch Kraft #

Schnelle Bewegungen auf dem Platz entstehen aus Kraft. Wer explosive Beinmuskulatur hat, kommt früher zum Ball. Box Jumps, Lateral Bounds und reaktive Sprungübungen trainieren die neuromuskuläre Schnelligkeit direkt.

Ein bis zwei explosive Einheiten pro Woche in der Vorbereitungsphase reichen aus, um die Bewegungsschnelligkeit auf dem Platz messbar zu verbessern.